Salz und Geld – eine Einheit mit langer Geschichte

Mit Gold aufgewogen

Nur schwer können wir uns heute vorstellen, dass unser Salz einst sehr kostbar war und im Mittelalter sogar mit Gold aufgewogen wurde. Die Lagerstätten waren in noch ungenügendem Maße bekannt, die Gewinnung schwierig und der Transport des Salzes auf unwegsamen Pfaden oder Straßen beschwerlich. In fernen Landen mussten die Karawanen der Salzhändler oft Tausende von Kilometern durch gefahrvolle Gebiete zurücklegen. Nicht selten wurde der Preis des Salzes zum Preis des Lebens.

Soldo Münze Italien Sola Münze CC BY-SA 3.0

Oft übernahm das Salz die Rolle von Geld. Im alten Rom bestand die Löhnung der Truppen nicht nur aus Münzen, sondern auch aus Salz. Man nimmt an, dass der Name “Soldo” für eine italienische Münze aus dem Mittelalter von “Sola”= Salz abgeleitet ist, was auch die Wörter für Söldner und Soldat zutrifft. Ebenso ist dieser Zeit das Wort salarium (heute noch in Österreich als Salär bekannt) für Gehalt entlehnt.

Marco Polo berichtete aus dem China des 13. Jahrhunderts, von Geld aus Salz. Die Sole wurde in Gefäßen gekocht und der Salzbrei wurde anschließend in kleine münzähnliche Gebilde geformt, welche dann mit dem Stempel des Kaisers geprägt wurden. 80 solcher Münzen gab man für ½ Unze Gold. Solche Tauschgeschäfte waren nicht selten: so tauschten afrikanische Stämme Goldstaub und Salz im Massenverhältnis 1:1. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war in Äthiopien aus Salz hergestelltes Geld im Umlauf. Dieses Geld hatte die Form von Stangen, die 65cm lang und 5 cm dick waren. Dieses Geld nannte man Amole.

Salz hatte somit einen wesentlichen Anteil bei der Entstehung und Verbreitung von Zahlungsmitteln. Die kleinste deutsche Münze war der Heller. Er wurde als silbernes Geldstück – als Häller – seit dem 13. Jahrhundert in Schwäbisch Hall geprägt und diente zur Entlohnung der Salzarbeiter. So verbreitete sich das Geldstück in Süddeutschland und wurde mit der Zeit auch in Österreich und Ungarn eingeführt. Bis in die neunziger Jahre gab es in Tschechien den Halér und in Ungarn den Filler als Zahlungsmittel.

Mit unserem Haller Salz können Sie zwar nicht bezahlen, aber jemandem eine Freude machen, zum Beispiel als Geschenk zum Einzug.

Quelle: Helga Schmiedel, Rund ums Salz – mit Tipps und Rezepten, VEB Fachbuchverlag Leipzig 1982

Trackbacks/Pingbacks

  1. Das Salz im Suppengrün - Suppengrün ganz einfach haltbar machen - 17. März 2019

    […] Salz und Geld – Blick in die Geschichte […]

Schreibe einen Kommentar

Im März erweitern wir unser Sortiment um weißen und grünen Pfeffer. Schauen Sie bald wieder vorbei. Ausblenden