Palmblütenzucker

Palmblütenzucker, oder auch Kokosblütenzucker genannt, wird aus dem Nektar von geschlossenen Kokosblüten gewonnen. Kokospalmen tragen das ganze Jahr über Früchte, die in ihren Kronen in Gruppen verschiedener Entwicklungsstadien wachsen, sodass reife Kokosnüsse ständig nachwachsen. Je nach Standort blühen und fruchten sie mit voller Leistung 15 bis 60 Jahre, stellen aber auch an optimalen Standorten spätestens mit 80 Jahren ihre Fruchtproduktion ein. Kokospalmen werden – wie wir Menschen – bis zu 100 Jahre alt.

Ernte

Um an den Saft zu gelangen, klettern Männer in die Wipfel der Palmen, schneiden die Blüten an und “melken” bis zu einen Liter Kokossaft pro Blüte. Nach dem Sammeln muss der Nektar zügig erhitzt und eingedickt werden. Dazu wird er zuerst gefiltert, um Verunreinigungen zu entfernen. Dann wird er mit einem kleinen Stück Kokosnuss eingekocht, um das Überkochen zu verhindern. Danach schlägt man ihn so lang in einer Pfanne bis er eindickt und vom flüssigen in den kristallinen Zustand übergeht. Anschließend muss der Sirup auskühlen und erstarren. Zum weiteren Gebrauch zerkleinert der Produzent die harte Masse zu streufähigem Vollpalmzucker. Trotz Filterung können Aschenartikel, welche beim Feuer machen entstehen, im Zucker landen – in unserem Zucker können bis zu 3% Asche drin sein. Sie bleiben als kleine schwarze Klümpchen im Zucker und sie fallen einem meistens im Bodensatz des gezuckerten Kaffees auf.

Die Ernte im bewegten Bild:

Wenn das Kokoswasser nicht eingedickt wird, beginnt es sehr schnell zu gären. Dann entsteht der in allen tropischen Ländern beliebte Palmwein, auch Toddy genannt. Mit dem Toddy ist es wie mit unserem Federweißer – der Alkoholgehalt erhöht sich stündlich. Palmblütenzucker hat ein besonderes Eigenaroma, welches leicht malzig und karamellig schmeckt. Er ist weniger süß als Rohrzucker und eignet sich sehr gut zum Verfeinern von Kaffee, Tee oder Süßspeisen.

 

Palmblütenzucker