Herkunft von Kakao

Theobroma Cacao – Der Kakaobaum

Franz Eugen Köhler, Köhler’s Medizinal-Pflanzen http://caliban.mpiz-koeln.mpg.de/koehler2/high/DSC_3226.html

Der Kakaobaum wird bis zu 12 hoch und ist in geschützten Lagen an den Flussufern des tropischen Amerikas zwischen Mississippi und Amazonas heimisch. Er wächst in Lagen bis zu einer Höhe von 380 m über Null. Heute wird er auch in Asien und Afrika kultiviert. Seit dem 17. Jahrhundert gibt es Kakao auf den Philippinen und in Indonesien. Der Baum blüht das ganze Jahr hindurch, die Fruchtreife erfolgt nach vier Monaten. Das Fruchgehäuse ist bis zu 8 mm dick und mit vielen Schleimzellen ausgestattet. Geerntet wird zweimal im Jahr.

Kakaogewinnung

Kakao kann man auf zwei Arten gewinnen. Bei der Gewinnung von Erdkakao (gerotteter Kakao) werden die vom Reiben und Sieben befreiten Samen in Haufen aufgeschichtet, mit Blättern bedeckt und unter gelegentlichem Umrühren vier bis fünf Tage einer Gärung (Fermentation) ausgesetzt. Anschließend werden die Bohnen in der Sonne getrocknet. Nach Beendigung des Prozesses haben sie die Hälfte ihres Wassers verloren, ihren bitteren Geschmack und ihre braune Farbe ausgeprägt. So gelangen sie dann auch als rohe Kakao Nibs in unsere Tüten. Sounen-Kakao (ungerotteter Kakao) hingegen wird gleich in der Sonne getrocknet und später geschält.

Sonnentrocknung nach dem Rotten

Namensgebung Kakao

Der Naturforscher Carl von Linné gab dem Baum den lateinischen Namen Theobroma von Theos (Gott) und Broma (Speise), also Götterspeise. Theobromin wird auch ein belebender Stoff des Kakaos benannt, der dem Koffein ähnlich ist. Cacao ist ein mexikanischer Name. Kakao wurde lange vor der Entdeckung Amerikas kultiviert und benutzt. Cortez schildert in seinen Briefen an Kaiser Karl V die Kultur seines Gebrauches und seine Verwendung. Kakao wurde bei den altmexikanischen Kulturen zum Beispiel als Zahlungsmittel verwendet, um an die Regierung Steuern zu entrichten.

Historische Verwendung von Kakao

Kakao wurde im alten Amerika anders verwendet als heute. Die gerösteten Bohnen wurden in Wasser gekocht, mit Maismehl gemischt, mit Vanille gewürzt und zu einer Art Brei verarbeitet. Dieser wurde kalt genossen. Am Orinoko verwendeten die Einheimischen laut Reiseberichten Alexander von Humboldts nur das rohe Fruchtmus. Die spanischen Eroberer brachten die Kakaobohne im 16. Jahrhundert nach Europa. Gemahlen und mit Gewürzen vermischt, fand sie als Grundlage eines exotischen und bitteren Getränkes am spanischen und französischen Hof großen Anklang. Kakao wurde zum Modegetränk der europäischen Aristokraten. Dicke und bittere traditionell hergestellte Trinkschokolade findet man heute noch auf Mallorca.

Trinkschokolade geriet im 17 Jahrhundert an den spanischen und französischen Höfen zugunsten von Kaffee und Tee etwas außer Mode. Der italienische Weltumsegler F. Carletti brachte jedoch Kakao und die Kunst der Schokoladenzubereitung aus Amerika in seine Heimatstadt Florenz, von wo aus sich das Getränk nach Mittel- und Nordeuropa verbreitete. Nach Deutschland kam Kakao 1679 auf Empfehlung des Leibarztes des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg.

Die Schokoladentafel

Inzwischen hatte sich in Italien etabliert, Schokolade als feste Tafeln herzustellen. Der Schweizer François Cailler lernte in Italien die Kunst der Schokoladenherstellung und eröffnete dann im seiner Heimat im Jahre 1819 die erste Schokoladenmanufaktur. Weitere Landsleute taten es ihm gleich. Heute sind die Namen der experimentierfreudigen Pioniere Philippe Suchard, Rudolf Sprüngli, Rodolphe Lindt, Jean Tobler oder Henri Nestle noch immer als Schokoladenmarken verewigt. .

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