Kaffeeverkostung

Kaffeeverkostung

BBHeute habe ich bei der Kaffeerösterei Blaue Bohne eine Kaffeeverkostung des Baristas Paolo mitgemacht. Wir sind so vorgegangen, dass wir uns zwei Kaffees vorgenommen und diese in jeweils verschiedenen Brühverfahren zubereitet haben.

Es ist unglaublich, welchen Einfluss die Zubereitung ein und derselben Röstung auf den Geschmack des Kaffees hat. Ich habe gelernt, dass das Maß aller Dinge der Extraktionsgrad ist. Der Extraktionsgrad besagt, wie viel und welche der Inhaltsstoffe aus der Bohne in den Kaffee gelangen. Beeinflussen kann man den Extraktionsgrad und den Geschmack des Kaffees über

    • den Mahlgrad (fein gemahlener Kaffee hat eine große Oberfläche zum Abgeben des Geschmacks)
    • die Temperatur des Wassers (aber nicht über 93 Grad erhitzen, sonst schmeckt Kaffee verbrannt)
    • das Brühgerät
    • die Art der Zubereitung (z.B. Vorquellen des Kaffees)
    • die Zeit, in der das Kaffeepulver mit dem heißen Wasser in Berührung ist

Spannend kann ich nur sagen. Bevor ich die Verfahren kurz beschreibe, einige Gedanken zum Rohstoff Kaffee. Wir unterscheiden Espresso und Filterkaffee. Beide werden aus den gleichen Bohnen gewonnen, beispielsweise aus den marktgängigen Arabica- oder Robusta-Kaffees.

Espresso

Espresso wird länger geröstet und wird dadurch dunkler und kräftiger im Geschmack. Er hat am Ende weniger Chlorogensäure (die etwas fruchtige Säure, die wir im Filterkaffee haben). Für Espresso verwendet man 20 Gramm Kaffee auf 80 ml und brüht ihn 40 Sekunden.

Filterkaffee

Filterkaffee röstet man nicht so lange, deshalb ist er heller und hat einen höheren Säuregrad. Man verwendet 60 bis 70 Gramm pro Liter und brüht ihn ca. zweieinhalb Minuten auf.

Zubereitungsarten

Ich habe drei Verfahren getestet.

Karlsbader Kanne

Karlsbader Kanne 1Die Karlsbader oder Bayreuther Kanne ist quasi ein Porzellanfilter. In den Filter wird sehr grob gemahlener Kaffee gegeben und heißes Wasser sehr langsam über zweieinhalb Minuten drüber gekippt. Sehr schönes Design, welches mich ein bisschen an die gute alte k.u.k. Zeit erinnert hat. Aus diesem Pott macht man gern einen Einspänner mit Musik für das gnä´Fräulein Gräfin aus Brünn zu den Klängen der schönen blauen Donau. Oder einfach gern auch für die Liebste am Sonntag Morgen in der Hinterhausküche.

 Aero Press

AeropressEine Erfindung eines amerikanischen Frisbeeherstellers, der eine Kaffeemaschine für unterwegs haben wollte und diese mal schnurstracks selbst entworfen und produziert hat. Die Aero Press ist für Espresso und Filterkaffee geeignet. Absolut funktional, leicht, mindestens genauso elegant wie die Karlsbader Kanne. Pragmatisch, praktisch, gut. Etwas für Ritter auf Reisen, die auch in den Bergen oder am See nicht auf ihren Espresso verzichten möchten. Frisch gemahlener Kaffee schäumt übrigens nach dem Aufguss herrlich darin. Nicht vor Wut, sondern vor schädlichem Klimagas CO2, welches zuhauf in den Zellwänden des Kaffees gebunden ist.

Kaffeefilter

Filterkaffee 1Filterkaffee klingt nach Sonntagsbraten bei Oma und Opa. Nach Streusselkuchen mit Schlagsahne und danach einem Mariacron (oder zwei) und einer Ernte 23 für die Männer. Und vielleicht nach einem Eierlikör für die kurz vor der Pubertät stehenden Enkel. Während in der Küche die Kaffeemaschine durchläuft. Aber einen richtig guten Filterkaffee zuzubereiten ist durchaus eine Kunst. Vorquellen ist das Zauberwort. Wenn das Pulver im Filter ist, gießt man nur ein wenig Wasser drauf und belässt es erst einmal. Dann nach und nach vorarbeiten und mehr Wasser dazu gießen und nach zweieinhalb Minuten aufhören! Keine Sekunde länger, da man nach dem Kaffee sonst, wie damals bei Oma, definitiv einen Mariacron und einen Ernte 23 zur Beruhigung des Magens braucht.

Wohl bekommt´s

Jetzt geht´s ans genießen. Ich kann wirklich versichern, dass die Kaffees sowas von unterschiedlich geschmeckt haben (wohl gemerkt: es waren immer ein die selben Kaffeebohnen), dass ich im Moment gar nicht weiß, welchen ich in den Shop nehmen und hier empfehlen soll. Hier werde ich mit den Jungs von Blaue Bohne noch einmal beraten. Es hat auf jeden Fall geschmeckt – und nicht den Kokosblütenzucker vergessen, sweet child o´mine! Hmmmmmm….

Kaffee_Zucker

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